HERZLICH WILLKOMMEN

LIEBE FREUND*INNEN DER UNTERHALTSAMEN HOCHKULTUR IM OBERHARZ,

wir feiern in diesem Jahr unsere erstes kleines Jubiläum. Das Festival THEATERNATUR wird fünf Jahre alt. Zeitgleich begeht Deutschland ein weiteres prägendes Jubiläum – die politische Wende und Fall der innerdeutschen Grenzen vor 30 Jahren, die ein Jahr später zur Wiedervereinigung beider deutscher Staaten führte. Waren vor allem hier direkt vor der ehemaligen innerdeutschen Grenze im Harz, die einstigen „Nachbarn“ über Jahrzehnte hinweg wirklich Bürger*innen zweier grundverschiedener Länder? Was bedeutet dies für das Heute? Wo liegen die Unterschiede in Erinnerungen, Weltsichten, Hoffnungen und Befürchtungen? Diese und weitere Fragen wollen wir diesen und nächsten Sommer thematisch bearbeiten.

Das Thema ist zu komplex für nur einen Sommer, deshalb haben wir dafür nun eine thematisch aufeinander aufbauende Doppelspielzeit für die Jahre 2019 und 2020 geplant. Auch ein Grund das THEATERNATUR abermals um ein paar Tage zu verlängern. Vom 09.-25.08. unter dem Titel GRENZEN:LOS! machen wir die Unterschiede west- und ostdeutscher Lebensweisen zum Gegenstand der kreativen Untersuchung. Im Jahr 2020 stehen unter dem Motto ENDSTATION:EINHEIT? die vereinenden Aspekte im Mittelpunkt. Immer mit dem klaren Ziel vor Augen, einen Beitrag zum Verständnis zwischen Ost und West zu leisten.

Ich freue mich sehr, dass wir auch in diesem Jahr wieder eine Uraufführung präsentieren dürfen – DIE LEGENDE VON SORGE UND ELEND. In dem vom THEATERNATUR eigens in Auftrag gegebene Werk des jungen aufstrebenden Nachwuchsdramatikers Sören Hornung geht es um das Auseinandersetzen mit ehemals zwei verschiedenen Systemen, der Vergangenheitsbewältigung und dem jahrelangen Herumtragen von Schuld. DIE LEGENDE VOM GLÜCK OHNE ENDE von Ulrich Plenzdorf dagegen greift die Erzählung von Film und Roman des DEFA Klassikers „Paul und Paula“ auf und lässt das „schönste Liebespaar des Ostens“ auf unserer idyllischen Freiluftbühne zwischen mythischem Harzwäldern und liebestollen Waldwesen erwachen.

Mit #BERLINBERLIN, einem Gastspiel des Theaters Strahl aus der Hauptstadt Berlin, wird zusätzlich ein preisgekröntes Sprechtheater auf der Waldbühne aufgeführt. Ausgezeichnet mit dem Friedrich-Luft-Preis für die „beste Berliner und Potsdamer Aufführung des Jahres 2018 und nominiert für den Ikarus-Preis wird in dem Theaterstück nicht nur ein Blick auf die Geschichte der Berliner Mauer geworfen. Sondern auch darauf, was die Bewohner in der geteilten Stadt voneinander trennte. Die Produktion PATENTÖCHTER vom Schauspiel Frankfurt thematisiert dagegen ein prägendes Kapitel der westdeutschen Nachkriegsgeschichte – den Terror der RAF und seine Folgen auf nachfolgende Generationen.

Das Programm wird wieder abgerundet durch das Mitsing-Konzert ÜBER SIEBEN BRÜCKEN I MUSST DU GEHEN der Sopranistin Christine Wolf sowie dem Cello-Konzert der Vier Evangcellisten. Für unsere jüngeren Zuschauer haben wir das Puppenspiel DAS SINGENDE, KLINGENDE BÄUMCHEN und die Kinderproduktion DER KLEINE PRINZ vom Jungen Badischen Staatstheater eingeladen.

Wir hoffen, dass Sie, unser Publikum, uns auf dieser Reise in die eigene Vergangenheit mit offenem Auge und Herzen begleitet. Und wir freuen uns dabei auf viele alte und neue Bekanntschaften. Lassen Sie uns gemeinsam GRENZEN ausloten und uns LOSreißen von Vorurteilen und Stereotypen.

Janek Liebetruth