Irgendwas mit: SCHNEEWITTCHEN!
Alles was ich dir nicht glaube

SCHAUSPIEL | von Benjamin Junghans und Rosa Rieck | EIGENPRORDUKTION KULTURREVIER HARZ

Schneewittchen ist tot. Vielleicht.

Seit einer Ewigkeit liegt sie in einem gläsernen Sarg mitten im Wald. Als sich die sieben Zwerge dort zum ersten Mal seit langer Zeit wieder begegnen, fliegen sofort die Fetzen. Was als Wiedersehen beginnt, wird schnell zum großen Familienkrach. Wer trägt Schuld? Wer erinnert sich richtig? Und warum scheint plötzlich jeder in einem anderen Märchen gelebt zu haben? Wie konnte eine einst so enge Gemeinschaft so weit auseinanderbrechen? Und was hat Schneewittchen eigentlich damit zu tun?

Aus dem berühmten Märchen wird eine ebenso urkomische wie überraschend aktuelle Suche nach dem, was Menschen verbindet, wenn wir uns nicht einmal mehr auf dieselbe Geschichte einigen können.

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Es war einmal vor langer, langer Zeit, als Schneewittchen starb.
Es war einmal vor langer, langer Zeit, da legten die Zwerge das tote Schneewittchen in einen gläsernen Sarg oben auf einen Berg.
Seitdem ist viel passiert:
Der Tod krachte in das Zwergensystem wie ein Hammer aufs Spiegelglas.

Die sieben Zwerge haben die Hütte im Wald und das Leben in Gemeinschaft verlassen. Sie legten die Arbeit im Berg nieder und zerstoben in alle Himmelsrichtungen. Auf Streit folgte Schweigen. Jahrzehnte der Stille zwischen den Zwergen.

Nur zwei blieben am Sarg, um ihn zu bewachen und Schneewittchens Andenken zu wahren. Einmal im Jahr richten sie eine Gedenkfeier aus. Und heute ist es wieder soweit.

Eine Einladung geht raus an alle Menschen, Zwerge, Tauben und Waldwesen:

 

Zum 100. Todestag von Schneewittchen!

 

Aber wer sitzt da plötzlich im Publikum?!

Als die Zwerge nach einer halben Ewigkeit wieder aufeinandertreffen, fliegen sofort die Fetzen. Wer hat versagt? Was ist wirklich passiert? Wer ist wann und wieso gegangen? Und mit welchem Recht?

Und es ist doch alles schon so endlos lange her …

Zwischen Märchen, Familientreffen und Totenfest versuchen die Zwerge, ihre jeweilige Erinnerung ins richtige Licht zu rücken. Sie verlieren sich in den Rollen und den uralten Geschichten von damals. Sie verlaufen sich im Dickicht der Erzählungen, die scheinbar unvereinbar aufeinanderprallen. Und so geraten sie immer tiefer in einen urkomischen Kampf um Deutungshoheit und die Suche nach Wahrheit in einer Welt voller Wahrheiten.

Was hält uns zusammen, wenn wir uns nicht mehr auf dieselbe Geschichte einigen können?

Eine neue THEATERNATUR-Eigenproduktion voller Humor, Spielwut und Streitlust – über die vielleicht schwierigste Aufgabe überhaupt: miteinander verbunden zu bleiben.

Besetzung

Spiel: Alina Weinert, Felix Römer, Arina Toni, Ina Gercke, Thomas Zerck
Musik: Felix Römer

Regie + Text: Benjamin Junghans
Dramaturgie + Text: Rosa Rieck
Bühnenbild + Kostüm: Tom Schellmann
Idee + Titel: Kulturrevier Harz, Jan-Hendrik Hermann

Benjamin Junghans

Benjamin Junghans arbeitet als Regisseur, Autor und Komponist für Theater, Film und Hörfunk. Nach einem Studium der Deutschen Literatur und Geschichte an der Humboldt-Universität Berlin absolvierte Benjamin das Regiestudium an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg. Inszenierungen wie „Amsterdam“ am Theater Ulm, nominiert für den Ulmer Theaterpreis, zeigen die besondere Verbindung von präziser Bildsprache, Musik und gesellschaftspolitischen Themen. 2025 zeichnete Benjamin bei der THEATERNATUR-Eigenproduktion 2025 Wenn kein baum mehr fällt von schaefer||scherpinski für Musik und Komposition verantwortlich

Rosa Rieck

Rosa Rieck arbeitet als Regisseurin und Autorin und ist Teil vom DIEZEN kollektiv. Nach Studien der Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin studierte Rosa zunächst Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin und anschließend Schauspielregie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch. Im Mittelpunkt ihrer Regiearbeit steht die enge Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Autor:Innen u.a. Paula Kläy und die Verbindung von Recherche, Beteiligung und Fiktion. Mit Inszenierungen wie KASSANDRA – Das Ende der Ereignisse am RambaZamba Theater und der Uraufführung von Kläys Gigantische Einsamkeit an den Münchner Kammerspielen zählt Rosa zu den spannenden Stimmen einer neuen Regiegeneration. 2025 begleitete Rosa als Dramaturgin die Endproben der THEATERNATUR-Eigenproduktion GREENWASH oder: Nachhaltig am Arsch! von Carolina Cescenneto.

Tom Schellmann

Tom Schellmann denkt Theater vom Raum aus. Nach dem Studium des Bühnen- und Kostümbilds an der Hochschule für Bildende Künste Dresden und dem anschließenden Meisterschülerstudium widmet sich Tom nachhaltigen Szenografien und performativen Raumkonzepten. Arbeiten führten unter anderem an das Schauspiel Köln, Theater Ulm, Theater Phönix Linz, das Festspielhaus Hellerau und Frankfurt LAB. Gemeinsam mit dem Kollektiv HowHow entstehen interdisziplinäre Arbeiten zwischen Musiktheater, Performance und Installation.

Ingo Jooß

Ingo Jooß gestaltet Licht als eigenständige Erzählebene. Seit 2010 entstanden Lichtdesigns für mehr als 140 Produktionen in den Bereichen Tanz, Oper, Theater und Performance. Arbeiten führten unter anderem an die Deutsche Oper am Rhein, das Theater Heidelberg, das Mainfranken Theater Würzburg, das Festspielhaus Baden-Baden und die Litauische Nationaloper. Seit 2023 gehört Ingo zum künstlerischen Leitungsteam von THEATERNATUR.

Dieses Eigenproduktion wird ermöglicht durch die freundliche Unterstützung von: