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Survival of the friendliest

PERFORMANCE | Gagern und Lösch, Berlin

Alle reden vom Schlechten im Menschen. Von Konkurrenz, Egoismus und der Frage, wie wir uns gegen Krisen, Kriege und gesellschaftlichen Zerfall behaupten können. Aber was, wenn wir seit Jahren der falschen Geschichte glauben?

Also: Das Gute im Menschen? Und das einen ganzen Abend lang?

Therese Lösch nimmt diese vermeintlich naive Idee erstaunlich ernst – und macht daraus einen ebenso klugen wie urkomischen Theaterabend. Inspiriert von den Forschungen des Evolutionsbiologen Brian Hare folgt sie den Spuren einer anderen Erzählung: Vielleicht haben sich nicht die Rücksichtslosesten durchgesetzt. Vielleicht waren es diejenigen, die miteinander leben, vertrauen und kooperieren konnten.

Mit Witz, Scharfsinn, Selbstironie und überraschenden Selbstversuchen stellt sie unsere Gewissheiten über die menschliche Natur auf die Probe. Warum glauben wir dem Schlechten oft sofort – und dem Guten kaum? Wann ist Hoffnung eigentlich so verdächtig geworden? Und könnte Freundlichkeit am Ende radikaler sein als Zynismus?

Die Performance tastet sich an eine Frage heran, die viel riskanter ist, als sie zunächst klingt: Was wäre, wenn Freundlichkeit keine Schwäche, sondern unsere größte Stärke wäre? Welche Geschichten erzählen wir uns eigentlich über uns selbst – und welche davon stimmen vielleicht längst nicht mehr?

Gemeinsam mit Regisseurin Melina von Gagern entsteht ein ebenso kluger wie unterhaltsamer Theaterabend, der Wissenschaft, persönliche Erfahrungen und gesellschaftliche Beobachtungen miteinander verbindet. Dabei entsteht keine moralische Anleitung zum Gutsein, sondern eine neugierige Expedition in das, was Menschen zusammenhält – voller Selbstironie, überraschender Wendungen und Momente, die ebenso zum Lachen wie zum Nachdenken einladen.

Eine wohltuend optimistische Veranstaltung.

Besetzung

Konzept + Performance: Therese Lösch
Konzept + Inszenierung: Melina von Gagern
Text: Melina von Gagern, Therese Lösch, Melina von Gagern / Survey-Umfrage
Bühne + Kostüm: Theresa Scheitzenhammer

Koproduktion: Monologfestival 2025 / TD Berlin

Gastspiel unterstützt durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ Gastspielförderung Theater, gefördert von dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, sowie den Kultur – und Kunstministerien der Länder.

Therese Lösch

Therese Lösch ist Schauspielerin, Regisseurin und Autorin. Nach ihrem Schauspielstudium an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch entwickelte sie mit Lazy Women (2023) ihre erste eigene Regie- und Textarbeit; als Co-Regisseurin von *Geld ist Klasse* war sie an einer Inszenierung beteiligt, die zu den Autor*innentheatertagen am Deutschen Theater eingeladen wurde. In ihren Arbeiten verbindet sie gesellschaftliche Themen mit Humor, Recherche und persönlichen Geschichten.

Melina von Gagern

Melina von Gagern ist Regisseurin, Autorin und Schauspielerin. Sie entwickelt Theaterprojekte für freie und institutionelle Bühnen und arbeitet außerdem als Hörfunkautorin und -regisseurin; ihr Feature Blaublutbild wurde für den Prix Europa nominiert. Bereits 2025 war sie beim THEATERNATUR FESTIVAL als Schauspielerin in der Eigenproduktion und Uraufführung Wenn kein baum mehr fällt von schaefer|scherpinski zu erleben.

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