JIMMY – Ein Dialog für einen isolierten Spieler
SCHAUSPIEL | Leon Rüttinger, Dresden
Jimmy hat alles im Griff. Sein Zuhause denkt mit, spricht mit und weiß mehr über ihn als jeder Mensch. Dann kommt eine Katze – und plötzlich gerät die perfekte Ordnung ins Wanken. Ein humorvoller Monolog über Kontrolle, Chaos und die Sehnsucht nach echter Verbindung.
Wir schreiben das Jahr 2035. Die künstliche Intelligenz übernimmt die Arbeit, das SmartHome organisiert den Alltag, ein bedingungsloses Grundeinkommen sorgt für Sicherheit. Die Welt scheint endlich effizient, bequem und friedlich. Es gibt kaum noch etwas, worüber man sich Sorgen machen müsste. Oder gerade deshalb?
Jimmy lebt in dieser scheinbar perfekten Zukunft. Sein Algorithmus entscheidet, welche Meditation ihm guttut, welches Fernsehprogramm ihn entspannt und welcher Mensch zu ihm passt. Alles funktioniert. Bis er das Erbe seiner Tante antritt – und statt Geld ausgerechnet ihre Katze bekommt.
Mit dem neuen Mitbewohner zieht etwas in Jimmys Leben ein, das sich weder berechnen noch optimieren lässt. Die Katze kratzt an seiner makellosen Fassade, bringt ihn aus dem Konzept und wird schließlich zu einem unerwarteten Gegenüber. Aus einem zynischen Monolog entwickelt sich ein Schlagabtausch zwischen Mensch und Tier, zwischen technologischem Komfort und ungezähmter Natur, zwischen Vergangenheit und Zukunft. Und irgendwann stellt sich die Frage: Wer hat hier eigentlich wen domestiziert?
Mit feinem Humor, scharfen Dialogen und überraschenden Wendungen entwirft JIMMY eine ebenso witzige wie kluge Science-Fiction-Geschichte. Inspiriert von Motiven aus Black Mirror und dem Gestiefelten Kater richtet der Abend den Blick nicht auf ferne Zukunftsvisionen, sondern auf unsere Gegenwart. Wie viel Kontrolle macht das Leben leichter – und ab wann verlieren wir dabei etwas Wesentliches? Kann echte Nähe entstehen, wenn Algorithmen längst besser über uns Bescheid wissen als wir selbst? Und was passiert, wenn ausgerechnet eine Katze beginnt, die richtigen Fragen zu stellen?
Ein intelligenter, rasanter Theaterabend voller Sprachwitz, bissiger Gesellschaftskritik und überraschender Wärme – über den Versuch, in einer perfekt vernetzten Welt wieder lebendig zu werden.
Besetzung
Schauspiel / Konzept: Leon Rüttinger
Leon Rüttinger
Leon Rüttinger ist Schauspieler. Nach seinem Studium an der Folkwang Universität der Künste spielte er unter anderem am Deutschen Theater Berlin, Schauspielhaus Bochum, Theater Regensburg und Volkstheater Rostock und arbeitet zudem für Film und Fernsehen. Ab der Spielzeit 2026/27 gehört er zum Ensemble des Staatsschauspiels Dresden.






