BLÜHENDE RANDSCHAFTEN * STAHL

Genre

SCHAUSPIEL, PERFORMANCE
Recherche, Zeitgeschichte

Preise

Einzelticket: 24,50 € im VVK
ermäßigt: 20,50 € im VVK

Abendkasse abweichend

Spielort

WALD|BÜHNE

INFOS ZU LUNATIKS

LUNATIKS ist ein Theaterkollektiv aus Berlin, das seit 2002 Theaterstücke, Performances und Installationen verwirklicht. Gegenstand sind aktuelle gesellschaftliche Phänomene und immer wieder die packenden Biographien von Menschen. Ausgangspunkt für die entstehenden Theaterformate sind umfangreiche kollektiv organisierte Recherchen sowie Gespräche mit Beteiligten, Betroffenen und Experten. Mittels einer von LUNATIKS entwickelten Interviewtechnik und weiteren Erforschungen entstehen Texte und Gestalt der künstlerischen Produktion. LUNATIKS suchen mit einer Schwarmdramturgie nach sich verdichtenden Stoffen und erschließen über verschiedene Zugänge und immer neue Kollaborationen Themen und Methoden fürs Theater.
lunatiks.de

 GASTSPIEL 
LUNATIKS, Berlin

von + mit Elisa Hofmann
Janette Mickan
Anna-Katharina Müller
Michael Müller, Eva-Maria Reimer
Christine Rollar
Ilka Rümke
Fabian Eichner
Sooeun Lee
Thomas Mehlhorn
Johannes Moss
Sebastian Schlemminger
Amelie Hafner
Fotos n.N.

 Premiere: 26.09.2019 im Rahmen des Wendejahrmarkt im Industriemuseum Brandenburg an der Havel
Spieldauer: cirka 120 min. 

1914 wurden in Brandenburg die ersten Bleche gewalzt. In der Zeit des geteilten Deutschlands wuchs das Stahl- und Walzwerk Brandenburg zum größten Rohstahlproduzenten der DDR. Nach der Wende dann der typische Verlauf: die Technik war nach westlichem Standard nicht mehr zeitgemäß, Verkauf durch die Treuhand, gleichzeitige Modernisierung und Entlassungswelle. Der größte Teil des ehemaligen Stahl- und Walzwerkes wird endgültig stillgelegt. LUNATIKS recherchierte Biografien der Mitarbeiter*innen des Stahl- und Walzwerkes von damals, zu denen auch berühmte DDR-Größen, wie etwa Manfred Krug gehörten, aber auch von Mitarbeiter*innen der Treuhand und anderen Menschen, deren Leben mit diesem Ort verknüpft waren. In dem entstandenen Theaterabend wurden Geschichten des Umbruchs erzählt: vom Arbeitsalltag zur Hochzeit des Werks bis hin zu den Schwierigkeiten der Planwirtschaft und des Übergangs zur Freien Marktwirtschaft. Was bleibt, wenn ein Industriestandort verschwindet, sind die Geschichten und Erinnerungen der Menschen, die diesen Ort einmal belebt haben. 

Der Fall des Stahl- und Walzwerk Brandenburg ist exemplarisch für das Schicksal von diversen Betrieben der DDR nach dem Fall der Mauer. Die dort erlebten Geschichten spiegeln wider, was eine große Mehrzahl der Ostdeutschen um 89/90 erlebt hat. Die Folgen spüren wir heute vielleicht deutlicher als jemals zuvor, wie die letzten Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen oder die Regierungsbildung in Thüringen gezeigt haben. Umso wichtiger ist es, diese Geschichten zu erzählen, auch um die Vergangenheit hinter sich zu lassen und einen wirklichen Neuanfang zu wagen. 2020 endet die Sperrfrist der Treuhandakten. An einer anderen, komplexeren Narration der Wiedervereinigung mitzuschreiben, ist wichtig für die Stärkung der Demokratie und für die deutsch-deutsche Zukunft der folgenden Generationen. 

Inszeniert wurde „BLÜHENDE RANDSCHAFTEM*Stahl“ im Industriemuseum Brandenburg, das nach der Stilllegung des Werkes an Ort und Stelle entstanden ist. Für die Tour-Variante wird die Industriekulisse durch Projektionen abgebildet und der Text ggf. an lokale Besonderheiten angepasst.

 

BESETZUNG

Elisa Hofmann
Janette Mickan
Anna-Katharina Müller
Michael Müller, Eva-Maria Reimer
Christine Rollar
Ilka Rümke
Fabian Eichner
Sooeun Lee
Thomas Mehlhorn
Johannes Moss
Sebastian Schlemminger
Amelie Hafner

 

FÖRDERUNG

Gefördert im FONDS DOPPELPASS der Kulturstiftung des Bundes 

Fotos: Lena Meyer und Kira Eilenna

Termine

Freitag 14. August
20:30 – 22:30 Uhr