Grußwort
Frank Damsch – Bürgermeister Stadt Oberharz am Brocken

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger, liebe Vereinsmitglieder und Freunde der Kunst!

Düster wird es im Harz. Aber keine Angst. Zum Glück nicht im Allgemeinen, nein da kommt Freude auf:
Die Anzahl der Besucher beim Festival sind im Vergleich zu den Vorjahren gestiegen, die Stadt Oberharz am Brocken erfreut sich ebenfalls zunehmend wachsender Beliebtheit bei den Touristen und Tagesgästen, was sich in positiven Übernachtungszahlen niederschlägt. Wie gesagt es wird düster, dabei aber spannend und speziell. Es ist Gelegenheit einzutauchen in eine Zeit, welche meist als dunkles Mittelalter bezeichnet wird.

Heute würde es heißen, Barbarei bedingt durch Bildungsferne war vorherrschend. Damals wurden viele Probleme oberflächlich gelöst, indem schnell Schuldige ausgemacht waren und der Ruf erschallte, wären diese erst einmal vernichtet, würde alles wieder gut, wenn nicht gar besser werden. Gern würde man annehmen, seither hätte sich gravierend etwas verändert, weil die Menschen seit diesen Tagen klüger geworden wären und sich, was das Bewusstsein betrifft, unwahrscheinlich nach vorn entwickelt hätten.

Ein Blick in die Historie und Gegenwart belehrt leider eines Besseren. Ein aus diesen Erkenntnissen heraus geschlussfolgerter ganz kleiner Blick in die Zukunft lässt einem „gar grausslich“ das Nackenhaar aufstellen. Glücklicherweise ist Realität dann doch wieder auch ein bisschen wie im Märchen und solange mutige Menschen handeln, kann am Ende alles gut werden. Und wenn’s nicht gut ist, ist es eben noch nicht zu Ende. So wie mit dem Festival, obwohl das sehr gut ist.

Janek Liebetruth und die, die um ihn sind werden immer besser, immer professioneller und der Ideen sind soviel, dass das Theaterfest ein paar Tage länger geht, als gewohnt. Es bleibt also genügend Zeit die Gestalt der Hexe und mit ihr verkörperte gesellschaftliche Zustände ins Gedächtnis zu rufen und darüber nachzudenken. Die meisten Sinne und alle Altersgruppen werden angesprochen, da auch in diesem Jahr wieder mit vielen Facetten der künstlerischen Darstellung gearbeitet wird.

Begeben Sie sich mit auf den Weg, der uns zu den Anfängen dieser seltsamen Bräuche um Hexen, schwarze Magie und Walpurgisnacht zurückführt. Keine Angst, nach der spirituellen Reise steht der Rückkehr in die Gegenwart nichts entgegen, denn spätestens „Die kleine Hexe“ der Berliner Kompanie Handmaids oder „Spuk unterm Riesenrad“ werden die „bösen“ Gedanken vertreiben.

Es hat nichts mit Zauberei zu tun, dass es auch in diesem Jahr gelungen ist, Theater und Kunst in den Wald auf die Bühne zu bringen, wiederum viele Unterstützer und Sponsoren zu gewinnen. Allein Arbeit, der Wille zum Ziel zu kommen und Disziplin bei der Organisation bilden die Grundlage. Für diese Leistung möchte ich herzlich Dank sagen.

Ich wünsche Ihnen eine „unheimlich“ schöne Zeit bei THEATERNATUR 2017 und bedanke mich sehr bei allen Mitwirkenden und Unterstützern!

Frank Damsch