THEATERNATUR 2018

Im vierten Jahr des Bestehens stellt das Festival THEATERNATUR 2018 den demographischen Wandel und seine Folgen in den Mittelpunkt. Das Motto FREMDE_NEUE_WELT bezieht sich damit zum Beispiel direkt auf die Wahrnehmung vieler Senioren, dass sie mit dem technologischen und soziologischen Fortschritt nicht mithalten können und sozial an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden. Die Fremdheit in dieser neuen auf Dienstleistung und Technologie gestützten Gesellschaft wird für sie immer allgegenwärtiger. Dabei wird die Bevölkerung immer älter und die Kluft zwischen den Generationen immer größer. Es findet immer weniger Austausch zwischen den Generationen statt, Man versteht sich nicht mehr, wird sich fremd. Gerade in den ländlichen Gebieten wie dem Harz vollzieht sich in beängstigter Geschwindigkeit ein Wandel zu einer Gemeinschaft aus Senioren. Die junge Generation sucht das Glück in den Ballungsgebieten und lässt die älteren Generationen allein in der Heimat zurück. Mit dieser Kluft wird sich das vierte THEATERNATUR auseinander setzen. Im Idealfall soll es Impulse für eine Verständigung und ein Verständnis zwischen Alt und Jung setzen.


Das Festival THEATERNATUR hat in den letzten drei Jahren den Harz als Kulturstandort gestärkt und innovative, kraftvolle Impulse für die lokale freie professionelle Theaterlandschaft gesetzt und sich als eine feste Größe in der Kunst- und Kulturlandschaft Sachsen-Anhalts, Thüringens und Niedersachsens etabliert.  Im Jahr 2017 fand das von Kritikern hoch gelobte Festival unter dem Motto VER.HEXT zum dritten Mal statt. Zwölf Tage lang war die seit vielen Jahrzehnten verschlafene und bei vielen fast in Vergessenheit geratene Waldbühne im Oberharzer Ortsteil Benneckenstein wieder Mittelpunkt für darstellende Kunst der Spitzenklasse. Knapp 4000 Besucher bei 47 Vorstellungen an 12 Tagen. Das war ein Wachstum von etwa 20% im Vergleich zum Vorjahr. Die Vielfalt bot für jeden etwas, um Besucher in die touristische Flächenregion Harz zu holen. Die Besucher kamen aus dem gesamten Gebiet Oberharz aber auch aus Magdeburg, Halberstadt, Wernigerode, Nordhausen, Bad Harzburg, Braunschweig, Sangerhausen sogar einige Besucher aus Weimar und Berlin und Frankreich bzw. Dänemark waren darunter. Das zeigt, dass das Festival auf einem immer größer werdenden Gebiet Aufmerksamkeit erregt und sich zum Leuchtturm für die freie Theaterszene in Sachsen-Anhalt entwickelt.

Eine „erstaunliche Leitung“ fand Bürgermeister Frank Damsch (Stadt Oberharz am Brocken) während der Eröffnungsrede. „Zumal man bedenken muss, dass dies in nur drei Jahren gelungen ist.“ Nicht nur die stetig wachsenden Zuschauerzahlen, auch die Aufmerksamkeit bei Wirtschaft und Politik sind ein Indiz dafür. Zur Premiere waren wiederholt der Kulturstaatssekretär Dr. Gunnar Schellenberger sowie die Harzer Bundestagsabgeordnete Heike Brehmer und Landtagsabgeordnete Angela Gorr vor Ort. In den folgenden Tagen erschienen darüber hinaus zahlreiche Lokal- und Regionalpolitiker wie OB Dr. Oliver Junk (Goslar) und OB Andreas Henke (Halberstadt) und haben sich von der Ausstrahlungskraft und Qualität des Festivals überzeugen können. Auch die wachsende Anzahl an Sponsoren, über 50 mit einer Gesamtsumme von ca. 70.000 €, lässt auf eine wachsende Aufmerksamkeit in der Region und darüber hinaus schließen.

 

ANSPRECHPARTNER
Janek Liebetruth, Künstlerischer Leiter THEATERNATUR

janek.liebetruth@theaternatur.de
0160-93830013

Der Veranstaltungsort, die Waldbühne Benneckenstein, ist ein historisches Harzer Kulturgut. Errichtet im Jahr 1952 wurde die Bühne am südlichen Rand des Ortsteils Benneckenstein noch bis vor 20 Jahren regelmäßig für Veranstaltungen zur Unterhaltung der Einheimischen und den zu Besuch kommenden Urlaubern für Konzerte und Kulturveranstaltungen genutzt. Nach der Wiedervereinigung und einer Sanierung im Jahr 1992 ließ die Nutzung aber sukzessive nach. Die Bühne wurde nunmehr lediglich zu Pfingsten im Rahmen des Finken-Wettstreits genutzt.

Bei der Waldbühne handelt es sich um ein unbedachtes Freilicht-Arena- bzw. Amphitheater mit etwa 400 Sitzplätzen, umgeben von Mischwald etwa 1km südlich von Benneckenstein. Die freistehende Bühne hat eine Spielfläche von ca. 13x7m und hat als Untergrund gummierte Platten. Die Zuschauer können auf Holzbänken auf 11 Erdstufen Platz nehmen. Hinter der letzten Reihe gibt es Platz für Rollstühle, weitere Plätze, Stellwerke, usw. Um die nötigen Rahmenbedingungen für das THEATERNATUR2018 zu schaffen, wird die technische Infrastruktur an den zeitgenössischen Bedarf professioneller Theaterproduktionen angepasst. Das betrifft vor allem die Sanitäranlagen, Einrichtungen zur Verpflegung von Künstlern und Gästen, Garderoben für die Künstler, Licht, Ton und Regie.  Dazu wird die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Partnern aus der Region und den angrenzenden Bundesländern fortgesetzt.


Den Harz als Kulturstandort fördern, sowie innovative, kraftvolle Impulse für die lokale professionelle Theaterlandschaft setzen und einen kulturellen Leuchtturm zu schaffen, sind die Hauptziele des Kulturrevier Harz e.V. Mit dem Credo – *inspiration. *innovation. *region – wird der Verein im Harz das Angebot an analytischer, kritischer darstellender Kunst für Einheimische und Besucher erweitern und verbessern.

Der Kulturrevier Harz e.V. mit derzeit ca. 60 Mitgliedern wird geführt von fünf Vorstandsmitgliedern sowie einem Beirat. Primärer Zweck ist die Organisation und Ausrichtung von Theaterproduktionen auf der Waldbühne Benneckenstein. Der Verein ist seit 2014 Mitglied beim „Landeszentrum Spiel und Theater Sachsen-Anhalt.“ Eine feste Geschäftsstelle besteht seit Mai 2014.  Im Jahr 2015 begann das Team um den Vorsitzenden Janek Liebetruth auch weitere, teils unerwartete Spielstätten zu erschließen. Mit großem Erfolg wurde im April 2014 eine Tanzgala im Rahmen eines Gastauftritts des preisgekrönten „Ballett im Revier Gelsenkirchen“ im HVB Busdepot in Benneckenstein umgesetzt.